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Bei einer weiteren Veranstaltung des Denkmalstammtisch Schwäbisch Hall am 23.9.2026 in Vellberg, konnten die 12 Teilnehmenden die spannende Geschichte der Sanierung und regelrechten Rettung der Velberger Mühle hautnah erleben.

Eigentümer und Zimmerermeister Dirk Bletzinger-Schmidgall führte die Interessierten aus der Umgebung und aus dem ganzen Landkreis durch das ganze, beeindruckende Haus welches er zusammen mit vielen helfenden Händen und einer geduldigen Familie vor dem endgültigen Verfall rettete.

Er beschrieb und erläuterte den Teilnehmenden mit nach wie vor vorhandener Begeisterung für das Erhalten und Sanieren im Holzbau, dass das Gebäude vor Beginn der Arbeiten quasi weitgehend eingestürzt war und große Teile der Dachkonstruktion und Decken im Gebäude erneuert werden mussten. Unter der Zielstellung der größtmöglichen Erhaltung historischer Bausubstanz beschrieb er eine, über mehre Jahre sich hinziehende, regelrecht kämpferische Aufreibung mit den Herausforderungen dieses Hauses unter denen auch zahlreiche Stunden der nächtlichen Arbeit zu bestreiten waren.

Der große Seminarraum im Dachgeschoss zeigt den alten Dachstuhl in Kombination mit erneuerten Teilen.

Im Dachgeschoss trägt ein 7 Meter langer Baumstamm die Firstpfette eines Zwerchhauses …

… und im Obergeschoss darunter bildet der gleiche Baumstamm die Spindeln einer einzigartigen Treppe Marke Eigenbau.

So viele historische Bauteile wie möglich zu erhalten und für die Besucher erlebbar zu machen – das ist im ganzen Haus spürbar.

Im Erdgeschoss wartet die historische Mühlentechnik auf den nächsten Bauabschnitt der Sanierung.

Am Ende hat sich das Abendteuer gelohnt, denn das Ergebnis ist ein beeindruckendes Seminar- und Veranstaltungshaus geworden in dem viele Gäste zusammen feiern, und einige Gäste sogar übernachten können.

Besondere Begeisterung fanden die, vom Bauherrn einbezogenen Baumstämme im Gebäude welche anstelle vormals beschädigter Stützen, kreativ in das Haus eingebaut wurden und heute neben einer einzigartigen Gestaltung auch Tragwerksaufgaben übernehmen. Ganz im Sinner einer kontrastierenden Denkmalpflege sind diese neuen Bauteile klar ablesbar und gleichsam dem Holzbau verbunden geblieben.

Größtes Interesse die Teilnehmenden erntete die, im ganzen Gebäude verbaute Deckenheizung in einem dicken Lehmputz, den der Bauherr an Decken und Wänden eingesetzt hat, weil ihm der Einsatz natürlicher Baustoffe oberstes Gebot war und ist.

Die Geschichte dieses faszinierenden und einzigartigen Ortes ist noch nicht zu Ende und so begeisterte als Abschluss des Rundgangs der Gruppe, das Erdgeschoss der Mühle, durch welches nach wie vor das Wasser fließt und regelmäßig das Hochwasser mit rund einem Meter zu Besuch ist.

Neben dem Rundgang und dem tollen Ergebnis der Sanierung und Rettung dieser herrschaftlichen Mühle, ergab sich an diesem Abend insbesondere eine kritische Diskussion über die Beteiligung der Denkmalschutzbehörden an Denkmalsanierungen im Allgemeinen. Erfahrungsberichte von Eigentümern und Handwerkern, aber auch ein reger Austausch über organisatorische Hintergründe im Aufbau der Denkmalpflege in Baden-Württemberg, bildeten einen spannenden Rahmen des Stammtisches, der alle Beteiligten in seinen Bann zog.

LINK ZUR MÜHLE VELLBERG: https://www.muehle-vellberg.de/

Danke an das Ehepaar Bantquin für die Organisation und an Familie Bletzinger-Schmidgall, dass wir zu Besuch sein durften.